Willkommen beim Klim Kalkofen

Gebrannter Kalk für Mauersteine Hier kann man einen Eindruck von einer früheren Kleinindustrie in Han Herred gewinnen, bei der Kalkstein aus dem Untergrund (Bryozokalk) gebrannt wurde, um als Baustoff zu dienen.

Willkommen beim Klim Kalkofen

Der Kalkofen in Klim ist ein Schachtofen und einer der wenigen erhaltenen Öfen dieses Typs in Dänemark. In einen Schachtofen wurde der Kalkstein oben hineingeschüttet und unten entnommen. Er wurde nach Methoden errichtet, die den Betrieb rund um die Uhr erlaubten. Die Anlage wurde jede Stunde befeuert, während viermal täglich Branntkalk entnommen wurde.

Das fertige Material wurde in luftdichten Kammern aufbewahrt oder direkt an Mörtelwerke oder als Kalkanstrich an Privathäuser ausgeliefert. Der ununterbrochene Betrieb erforderte die harte Arbeit von 4 Männern: 1 im Kalksteinbruch und 3 am Ofen, von denen einer täglich die ca. 10 Tonnen Rohmaterial heranschaffte und mithalf, es vor dem Brennen zu zerkleinern. Zwei arbeiteten abwechselnd am Ofen in Tag- und Nachtschicht. Pro Tag wurden ca. 5 Tonnen Kalk produziert und als Heizmaterial ca. 7 Raummeter Holz und eine halbe Tonne Kohle verbraucht.

Doebefont

Wenn es in alten Zeiten für Bauern und Fischer nicht so viel zu tun gab, begab man sich zum Klim Bjerg, um Kalkstein zu sägen und daraus Häuser, Höfe und sogar Kirchen zu bauen. Im westlichen Han Herred sind an verschiedenen Orten sehr alte Gebäude zu finden, die aus Kalkstein vom Klim Bjerg errichtet wurden. Bis ins 20. Jahrhundert hinein sägte man Kalkstein und baute Kalksteinhäuser in der Nähe von Klim.

Geschichte und Personal
Der Ofen wurde 1943 von Kalkwerkbesitzer Anders Andersen aus Klim erbaut und war bis 1977 in Betrieb. Anschließend stand er 20 Jahre unbenutzt, bis er unter der Regie des damaligen Han Herred Naturcenter restauriert und unter Schutz gestellt wurde. 2010 übernahm Klim Landsbyforening die Instandhaltung und den Betrieb des Ofens.

Vejby Andersen

Ab 1951 wurde der Kalkofen ca. 30 Jahre lang von Vejby Andersen, dem Goldschmied aus Klim, betrieben. Am Kalkofen arbeitete Knud Hasager ca. 27 Jahre. Verner Pedersen arbeitete dort ca. 30 Jahre, Ejvind Christiansen ca. 23 Jahre und Ejvind Nielsen (der „Boxer“) 20 Jahre. Lars Thorhauge und Henry (der „Hacker“) Jensen arbeiteten in der ersten Zeit ebenfalls am Kalkofen. Trotz der langjährigen sehr schweren Arbeit erreichten die meisten Mitarbeiter ein Alter von mehr als 70 Jahren, zwei von ihnen wurden sogar 80 bzw. 85 Jahre alt.

Damals wurde auch an das Wohlergehen des Personals gedacht. Der kleine Raum mit dem Liegesofa befand sich nur wenige Meter vom Ofen entfernt. So konnte der Mitarbeiter, der Nachtschicht hatte, im Liegen kontrollieren, dass es im Ofen brannte. Es war kein Problem, sich wachzuhalten und den Feuerraum zu beobachten – der Körper hatte sich an einen Rhythmus gewöhnt, bei dem man sich häufig umdrehte, und von seinem Lager aus konnte der Wachhabende durch die Tür sehen, ob die Flammen in der Ascheentnahme am Ofen loderten.

1953 berichtete der 81-jährige Hans Chr. Kjeldsen aus Klim, dass er bis 1925 am Klim Bjerg Kalkstein gesägt hat. Als erfahrener und geschickter Kalksteinsäger hatte er Tausende von Steinen gesägt – es war eine gute Arbeit, bei der man nie arbeitslos wurde. Aber man musste sich anstrengen, wenn man täglich 2 Kronen verdienen wollte. 100 Steine kosteten 3 Kronen.

Als er als 10-jähriger Junge seinem Vater P. Kjeldsen half, konnten sie 100 Steine pro Tag sägen, wenn sie von 5 Uhr morgens bis 21 Uhr arbeiteten. Sie hatten für die dunkle Zeit eine kleine Lampe mit und verdienten 1,25 Kronen pro 100 Stück. Häufig sangen sie bei der Arbeit. Damit sie richtig ranklotzen konnten, wurde verabredet, dass nicht gesprochen werden durfte, bevor sie 25 Steine gesägt hatten. Dann hielten sie eine kleine Pause – der Vater gönnte sich ein Stück Kautabak und der Junge konnte losschwatzen. Hans Chr. Kjeldsen wurde 1872 geboren und starb 1959 im Alter von 87 Jahren.

Vom Klim Kalkofen führen markierte Wege den Besucher vorbei am botanischen Schutzgebiet am Napkærvej – durch den Wald auf den Klim Bjerg, bis sie im Kalksteinbruch enden. Dort sind ebenfalls Informationstafeln und Karten aufgestellt. Einige der Waldwege sind nach den Personen benannt, die im Wald gearbeitet haben.

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Jammerbugt Natur